Zu laut, zu teuer: Jeder zweite Schweizer ist mit seiner Wohnung unzufrieden

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Zu hellhörig, zu teuer, zu veraltet: 49 Prozent der Schweizer sind von ihrer Wohnsituation genervt. Das ergab eine Studie. Dabei stören sich Frauen an anderen Dingen als Männer.

Jeder zweite Schweizer ist von seiner Wohnung genervt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Foto: Andre Hunter/unsplash.com

Viele Schweizer Mieter fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden nicht richtig wohl. Rund jeder zweite von ihnen (49 Prozent) gab in einer Studie von immowelt.ch* an, dass er unzufrieden mit seiner Wohnsituation ist. Die Gründe dafür sind vielfältig.

15 Prozent der Befragten stören sich an zu dünnen Wänden, die zu viel Schall durchlassen. Zwölf Prozent der Schweizer finden ihre Wohnung schlicht zu teuer. Auch von veralteter und unmoderner Ausstattung sind viele Schweizer (11 Prozent) genervt. Zu wenig Platz oder eine schlechte Raumaufteilung bemängeln zehn Prozent der Befragten. Aber auch ein fehlender Balkon (7 Prozent), Aufzug (5 Prozent) oder die ungünstige Lage (6 Prozent) steigern die Frustration der Schweizer.

Frauen, Familien und junge Schweizer öfter frustriert

Auffällig ist, dass Frauen laut Umfrage häufiger unzufriedener sind als Männer. So nörgeln und seufzen nur 47 Prozent der Schweizer über ihre Wohnungen, bei den Schweizerinnen sind es dagegen 51 Prozent. Insbesondere an der Hellhörigkeit stören sich Frauen (17 Prozent) stärker als Männer (12 Prozent). Einzig über einen fehlenden Fahrstuhl und ein schlechtes Wohnumfeld ärgern sich Männer etwas mehr.

Auch der Familienstand und das Alter scheinen Einfluss auf die Toleranzgrenzen zu haben. So sind Familien mit Kindern deutlich unzufriedener (51 Prozent) als alleinlebende Singles (45 Prozent). Familien bemängeln wesentlich häufiger die veraltete Ausstattung und Größe ihrer Wohnung. An der Hellhörigkeit ihrer Wohnung stören sich Paare mit Kindern eher weniger – was wohl an der Natur der Sache liegt, da es mit Kindern eh nie richtig ruhig ist.

Ebenfalls wird deutlich, dass die Schweizer im Alter entspannter werden. Während die über 60-Jahrigen kaum etwas bemängeln, zeigen sich insbesondere die zwischen 18 und 39 Jahre alten Schweizer (64 Prozent) unzufrieden mit ihrer Wohnung. Einzig, dass es keinen Aufzug im Haus gibt, stört die ältere Generation mehr als die jüngere.

Immowelt-Prognose: In Zukunft mehr Wohnungswechsel

Derzeit haben Vermieter in der Schweiz zunehmend Probleme, ihre Wohnungen an den Mann zu bringen –die Leerstandsquote steigt. Einzige Ausnahme bildet derzeit Zürich, wo nach wie vor die Mieten steigen und Wohnraum knapp bleibt. Hält jedoch der Trend zu stagnierenden oder sinkenden Mieten an, so prognostiziert die Studie steigende Umzugszahlen. Unzufriedene Mieter, die bisher zwar umziehen wollten, es sich aber nicht leisten konnten, könnten dann vermehrt über einen Auszug aus der unpassenden Wohnung nachdenken.

*Für die von immowelt.ch beauftragte repräsentative Studie „Wohnen und Leben 2018“ wurden im Februar 2018 502 Personen (deutschsprachige Online-Nutzer in der Schweiz) ab 18 Jahren befragt.

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11.04.2018


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