Erstmals seit 2008: keine Wohnungsknappheit mehr in der Schweiz

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Der Wohnungsmarkt in der Schweiz ist seit 2008 erstmals wieder im Gleichgewicht – Wohnraum ist vor allem für Mieter nicht mehr knapp. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen hervor. Lediglich in den Zentren herrsche noch eine Knappheit an günstigen Wohnungen.

Lange Schlangen vor der Wohnungsbesichtigung, grosse Konkurrenz im Auswahlprozess und hohe Preise – der Schweizer Wohnungsmarkt war in den vergangenen Jahren merklich angespannt. Das bekamen vor allem Mieter zu spüren. Laut einer Studie, die Forscher im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen durchgeführt haben, ist es jetzt aber nicht mehr ganz so schlimm. Erstmals seit 2008 wurde demnach im Jahr 2016 wieder ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage erreicht.

Hohe Bautätigkeit

Zu diesem Gleichgewicht beigetragen habe laut Bundesamt vor allem die Bauwirtschaft. Der Wohnungsbestand sei im Durchschnitt um mehr als 50.000 Einheiten jährlich gestiegen, der Zuwachs bei den Haushalten – also beispielsweise bei Ehepaaren mit oder ohne Kindern, WGs oder Singles –  lag aber im Schnitt unter 40.000. Entstanden sind dabei vor allem Mietwohnungen, weshalb der Mietwohnungsmarkt deutlich ausgeglichener sei als der Wohneigentumsmarkt. Zudem kam das Gleichgewicht auch durch einen kräftigen Zuwachs bei den Immobilienpreisen zustande. Von 2005 bis 2011 habe sich Wohneigentum um 40 Prozent verteuert, die Marktmieten um rund 20 Prozent. Eben diese Entwicklung habe die Nachfrage deutlich gedämpft.

Nach wie vor herrschen auch regional Unterschiede. Das Tessin, die Ostschweiz und die Nordwestschweiz seien bestens mit Wohnungen versorgt, anhaltend angespannt sei die Situation dagegen in der Zentralschweiz und insbesondere in Zürich.

12.07.2017


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