Referenzzinssatz nur noch bei 1,5 Prozent: Mietzins sinkt schweizweit

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Der hypothekarische Referenzzinssatz sinkt zum 2. Juni auf historisch niedrige 1,5 Prozent. Der Zinssatz ist die zentrale Richtgrösse für den schweizweiten Mietzins. Das bedeutet, dass jetzt zahlreiche Mieter von ihren Vermietern verlangen können, die Miete zu senken.

Referenzzinssatz, Mieter, Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com
Mieter können sich freuen: Der Referenzzinssatz ist auf 1,5 Prozent gesunken. Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com

Zum 2. Juni gilt schweizweit ein neuer hypothekarischer Referenzzinssatz. Er liegt dann auf dem historisch niedrigen Wert von 1,5 Prozent. Das heisst, dass nun viele Mieter bei ihren Vermietern verlangen können, den Mietzins zu senken. Laut einer Medienmitteilung des Bundesrats ergibt sich für alle Mieter ein Senkungsanspruch von 2,91 Prozent, falls der Mietzins bei der letzten Referenzzinssatzsenkung im Juni 2015 angepasst wurde. Ist das nicht der Fall, kann der Mietzins sogar noch weiter sinken. Der Referenzzinssatz sowie der zugrundeliegende Durchschnittszinssatz werden alle drei Monate durch das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bekanntgegeben.

So können Mieter ihre Miete senken

Falls der Vermieter den Mietzins nicht automatisch anpasst, müssen Mieter ihren Anspruch selbst geltend machen. Das geht relativ einfach in drei Schritten.

1. Anspruch auf niedrigeren Mietzins prüfen

Zunächst sollten Mieter prüfen, ob sie überhaupt einen Anspruch auf einen niedrigeren Mietzins haben. Der Mietzinsrechner des Schweizerischen Mieterverbands gibt hier erste Auskünfte.

2. Senkungsbegehren an den Vermieter schicken

Wenn die Prüfung ergibt, dass der Vermieter den Mietzins tatsächlich senken muss, sollte der Mieter ihm ein Senkungsbegehren zukommen lassen – am besten per Einschreiben. Dieses wird dann zum nächsten Kündigungstermin wirksam. In diesem Schreiben sollte stehen:

  • Hinweis, dass der Referenzzinssatz gesunken ist
  • Ersuch, den Mietzins zum nächstmöglichen Termin zu senken
  • Aufforderung, das Senkungsbegehren innert 30 Tagen zu bestätigen
  • Bitte um eine Begründung, falls der Vermieter dem Senkungsbegehren nicht oder nur teilweise nachkommen will.

3. Antwort des Vermieters prüfen

Nach Erhalt des Schreibens hat der Vermieter 30 Tage Zeit, Stellung zu beziehen. Stimmt er der geforderten Reduzierung zu, muss der Mieter nur noch prüfen, ob diese auch der geforderten Höhe entspricht. Sollte das nicht der Fall sein oder der Vermieter die Senkung gänzlich ablehnen, ist eine Rechtsberatung zu empfehlen – entweder beim Mieterverband oder bei einem Fachanwalt. Anschliessend können Mieter bei einer Schlichtungsbehörde eine Senkungsklage einreichen – wiederum innert 30 Tagen nach Erhalt des Schreibens des Vermieters. Genauso können Mieter auch vorgehen, falls der Vermieter das Schreiben ignoriert.

Der Vermieter kann das Senkungsbegehren seinerseits auch rechtsgültig ablehnen – und zwar immer dann, wenn er durch die Miete keinen kostendeckenden Ertrag erzielt. Das hat das Schweizerische Bundesgericht mehrfach bestätigt. Sollte das der Fall sein, empfiehlt sich auch für Vermieter eine Rechtsberatung – beispielsweise durch den Hauseigentümerverein. Auch dieser bietet auf seiner Webseite übrigens einen Mietzinsrechner an.

Mietzins senken: Infografik zum Ausdrucken

Alles im Überblick haben: Immowelt.ch erklärt, wie Mieter den Mietzins senken können. Die Infografik kann schnell und einfach ausgedruckt werden.

Einfach auf das Bild klicken.

01.06.2017


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