Rauchen oder mieten? Zürcher Baugenossenschaft vergibt Wohnungen nur an Nichtraucher

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Nach dem Neubau einiger Gebäude einer Siedlung in Albisrieden hat die Baugenossenschaft Schönheim ein Haus ausschliesslich für Nichtraucher gebaut. Eine Diskriminierung von Rauchern sei aber nicht die Absicht. Für den Hauseigentümerverband wirft das weitere Fragen auf.

Baugenossenschaft, Wohnungen, Nichtraucher, Foto: YakobchukOlena/Fotolia
In einer Mietwohnung leben und gleichzeitig rauchen: in einem Wohngebäude in Albisrieden ist das nicht gestattet – hier sind nur Nichtraucher willkommen. Foto: YakobchukOlena/Fotolia

Die Baugenossenschaft Schönheim hat die Siedlung Eyhof in Albisrieden saniert und drei neue Gebäude gebaut. 40 Wohnungen eines Gebäudes sind dabei nur für Nichtraucher bestimmt. Auf „riesiges Interesse“ sei das Nichtraucherhaus gestossen, so Rolando Verardo, Präsident der Baugenossenschaft Schönheim gegenüber dem Tagesanzeiger. Alle Wohnungen sind bereits vermietet, die Mieter haben eine Nichtrauchvereinbarung unterschrieben, die fester Teil des Mietvertrags ist. Wer dennoch in Wohnung, im Treppenhaus oder auf dem Balkon raucht, muss nach einer Verwarnung mit der Kündigung des Mietvertrags rechnen.

Ökologischer Gedanke oder Diskriminierung?

Die Baugenossenschaft führt mehrere Gründe für das Nichtraucherhaus an: Zum einen gab es in bereits öfters Konflikte zwischen Rauchern und Nichtraucher, zum anderen möchten sie damit den ökologischen Gedanken des Gebäudes fortführen. Allerdings stellt sich hier aber auch die Frage nach Diskriminierung einer bestimmten Bevölkerungsschicht.  Diese betrifft dabei nicht nur den Mieter, sondern eventuell auch dessen Besucher. Denn was passiere beispielsweise, wenn der Mieter einen kettenrauchenden Freund habe, so Albert Leiser, Direktor des Hauseigentümerverbands Zürich (HEVZ). Darauf seien noch Antworten zu finden.

Raucher ausschliessen - rechtlich einwandfrei?

„Meines Wissens gibt es zu einem solchen Fall in der Schweiz noch kein Urteil“, sagt Verardo gegenüber dem Tagesanzeiger. Fakt ist: Unterschreibt ein Mieter den Vertrag, erklärt er sich mit dessen Inhalten einverstanden. „Was im Falle einer Kündigung passiert, wenn der Mieter vor das Bundesgericht zieht, ist unklar. Bis heute gibt es keine Rechtsprechung in Bezug auf das Rauchen“, so Leiser. Inwieweit es so weit kommen wird, bleibt abzuwarten – Friedenspfeifen werden aber nur eine marginale Rolle spielen.

27.04.2017


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