Sonntagsarbeit: Wann sie für Makler erlaubt ist – und wann nicht

Lesermeinungen:  

(1)

Als Dienstleister müssen Makler die Wünsche ihrer Kunden erfüllen. Dazu gehören oft auch Wohnungsbesichtigungen ausserhalb üblicher Arbeitszeiten – denn nur dann haben Berufstätige Zeit. Sonntagsarbeit ist für Immobilienmakler aber nicht immer erlaubt.

Sonntagsarbeit, Natur, See, Foto: Westend61/fotolia.com
Bei gutem Wetter zieht es am Sonntag viele raus in die Natur – oder doch arbeiten? Ob Sonntagsarbeit erlaubt ist oder nicht, entscheidet bei Angestellten das SECO. Selbstständige Makler müssen sich ihre Zeit selbst einteilen. Foto: Westend61/fotolia.com Foto: Westend61/fotolia.com

Immobilienmakler sind Dienstleister – als solche müssen sie flexibel sein und sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren. Allerdings: Wenn Wohnungssuchende gerne an einem Sonntag ihre Wunschimmobilie besichtigen wollen, ist dies nur unter bestimmten Umständen erlaubt. In erster Linie hängt es davon ab, ob ein Immobilienprofi angestellt oder selbstständig tätig ist. Selbstständige dürfen sich ihre Arbeitszeit komplett frei einteilen und daher auch ohne weiteres an einem Sonntag arbeiten. Für angestellte Makler ist Sonntagsarbeit erst einmal verboten – doch wie so oft gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel.

Grundlage für Arbeitsverhältnisse: Das Arbeitsgesetz

Rechtliche Grundlage für alle Angestellten in der Schweiz ist das Arbeitsgesetz. Darin wird die Arbeit zwischen Samstag 23 Uhr und Sonntag 23 Uhr verboten, allerdings werden auch gleich Ausnahmen definiert (Artikel 18 und 19). Grundsätzlich gilt, dass solche Ausnahmen genehmigt werden müssen – dafür sind je nach Art der Sonntagsarbeit unterschiedliche Behörden zuständig. Dauernde oder regelmässig wiederkehrende Sonntagsarbeit wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), vorübergehende Sonntagsarbeit von der kantonalen Behörde bewilligt.

Ob Sonntagsarbeit temporär oder dauerhaft ist, ist dabei genau definiert: Von dauernder Sonntagsarbeit spricht man, wenn jemand während sieben Sonntagen oder mehr pro Kalenderjahr arbeitet.

Sonntagsarbeit: Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sie erlaubt ist

Ohne Einverständnis des Arbeitnehmers darf der Arbeitgeber ihn grundsätzlich nicht zu Sonntagsarbeit heranziehen. Aber auch wenn der Arbeitnehmer zustimmt, braucht der Arbeitgeber eine Genehmigung. Dauernde oder regelmässig wiederkehrende Sonntagsarbeit wird nur dann bewilligt, wenn sie aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen unentbehrlich ist – dass dies der Fall ist, muss der Arbeitgeber dann gegenüber dem SECO nachweisen. Vorübergehende Sonntagsarbeit wird bewilligt, wenn ein dringendes Bedürfnis besteht – das könnte etwa dann der Fall sein, wenn ein Kunde wirklich nur an Sonntagen Besichtigungstermine wahrnehmen kann. Der Arbeitgeber muss jedoch auch das gegenüber der kantonalen Behörde begründen.

Hinzu kommt: Der Arbeitgeber muss für Sonntagsarbeit einen Lohnzuschlag von 50 Prozent auszahlen. Zudem muss Sonntagsarbeit von einer Dauer bis zu fünf Stunden durch Freizeit ausgeglichen werden. Dauert sie länger als fünf Stunden, muss der Arbeitgeber während der vorhergehenden oder in der nachfolgenden Woche  einen Ersatzruhetag erlauben.

Arbeitszeiten aufzeichnen

Egal, ob Mitarbeiter am Sonntag arbeiten oder nicht: Arbeitgeber sind in der Schweiz gesetzlich verpflichtet, die Arbeitszeiten aufzuzeichnen – dazu gehören auch etwaige Überstunden sowie Arbeiten in der Nacht oder an einem Sonntag. Auch die nach dem Gesetz geschuldeten Lohn- oder Zeitzuschläge müssen Arbeitgeber festhalten. Sorgfältiges Dokumentieren ist also Pflicht.
Übrigens sieht das Arbeitsgesetz vor, dass ein Angestellter in industriellen Betrieben sowie ein Büro-, ein technischer oder anderer Angestellter höchstens 45 Stunden pro Woche arbeiten darf. Eine Verlängerung um höchstens vier Stunden kann vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) genehmigt werden.

29.09.2015


Ihre Meinung zählt

(1)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für Makler

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben