Nicht genug Rente: 30 Prozent der Mieter würden auswandern

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Mehr als ein Drittel der Mieter in der Schweiz befürchtet, dass die künftige Rente nicht für die momentane Wohnung reicht. Sollte es so weit kommen, würden viele umziehen – 30 Prozent sogar ins Ausland.

Rente, Umzug, Ausland, Foto: WavebreakMediaMicro / fotolia.com
Den Lebensabend entspannt in sonnigen Gefilden verbringen: 30 Prozent der Schweizer Mieter würden auswandern, wenn sie im Alter die Miete nicht mehr zahlen können. Foto: WavebreakMediaMicro / fotolia.com Foto: WavebreakMediaMicro / fotolia.com

36 Prozent der Mieter in der Schweiz befürchten, dass ihre Pension nicht reicht, um die momentane Wohnung im Alter zu finanzieren. Das zeigt eine Umfrage von immowelt.ch. Vor allem Grossstädter machen sich Sorgen: 45 Prozent glauben, dass sie sich ihre Wohnung als Rentner nicht mehr leisten können. Grund dafür können beispielsweise die hohen Mietpreise in der Großstadt sein, während es auf dem Land günstiger ist. Vielleicht ist auch deswegen die ländliche Bevölkerung optimistischer: Nur 25 Prozent von ihnen befürchtet, dass die Pension im Alter nicht für die Miete reicht.

Wenn die Rente nicht mehr reicht: Das (Aus-)Land ruft!

Egal ob Stadt oder Land: Können die Mieter ihre Wohnung nicht mehr finanzieren, würden 60 Prozent der Befragten umziehen. Die Hälfte davon würde den Wohnsitz sogar ins Ausland verlegen. Das würde für finanzielle Entlastung sorgen: Die Mietpreise sind in anderen Ländern oft niedriger als in der Schweiz – ebenso die Lebenshaltungskosten. Das verfügbare Einkommen bleibt aber für die auswandernden Schweizer dasselbe, denn: Schweizer Staatsbürger können in der Regel sowohl die staatliche Alters- und Hinterbliebenenversicherungsrente (AHV-Rente) als auch die Pensionskassenrente sowie die private Vorsorge im Ausland beziehen.

Wollen Schweizer Staatsbürger ihre AHV-Rente im Ausland beziehen, müssen sie davor ihre Ausgleichskasse informieren. Dann werden die Daten der Schweizerischen Ausgleichskasse in Genf übergeben. Auswanderer können frei wählen, ob die Rente an eine Zahlungsadresse in der Schweiz oder im Ausland überwiesen wird.

Auf Hilflosenentschädigung müssen Auswanderer aber verzichten.  Als hilflos gilt, wer im alltäglichen Leben auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, dauernde Pflege oder ständige Überwachung in Anspruch nehmen muss. Auch zusätzliche Ergänzungsleistungen der Krankenkassen können im Ausland nicht in Anspruch genommen werden.

Einige Schweizer würden zwar nicht ins Ausland, aber aus der Stadt heraus ziehen, wenn sie die Miete im Alter nicht mehr bezahlen können: Für 28 Prozent der Befragten ist dann eine Wohnung auf dem günstigeren Land die Alternative. Die wenigsten, nämlich nur zwei Prozent, würden zu ihren Kindern ziehen, wenn die Pension nicht mehr für die Miete reicht.

Aber nicht alle Schweizer würden umziehen: 33 Prozent der Befragten gaben an, dass sie versuchen würden, ihre Wohnung zu halten. Dazu würden sie auf Wohnbeihilfe zurückgreifen oder wieder arbeiten gehen, um eine zusätzliche Einnahmequelle zu haben. Für sieben Prozent wäre es jedoch ein echtes Problem, wenn sie ihre Wohnung aufgeben müssten: Sie würden dann völlig verzweifeln.

In der Schweiz gibt es zwei Arten von Wohnbeihilfe: Die Objekthilfe besteht aus der Errichtung von Sozialwohnungen mit niedrigem Mietzins, die Subjekthilfe ist eine direkte Beihilfe an die betreffenden Personen. Diese bekommen sogenannte Grund- und Zusatzverbilligungen.

Die einzelnen Kantone können die Wohnbeihilfe des Bundes ergänzen und auf ihre eigenen Kosten Zusatzleistungen anbieten. 

Eigene Immobilie und zusätzliche Altersvorsorge schaffen Zuversicht

Nicht jeder sieht schwarz, wenn es um die Wohnsituation im Alter geht: 64 Prozent der Schweizer sind zuversichtlich und glauben, dass ihre Miete für die Pension reicht. Die Gründe dafür sind verschieden: Mehr als ein Drittel der Optimisten plant, im Alter eine eigene Immobilie zu besitzen, für die dann keine Miete mehr fällig wird. Ein Viertel setzt ausserdem auf eine zusätzliche Altersvorsorge, die die gesetzliche Rente aufbessert. Dass das Geld vom Staat ausreicht, glaubt etwas weniger als ein Viertel. Fast jeder Zehnte will Wohnbeihilfe beantragen, sollte das Geld knapp werden.

23.09.2015


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