Gesetzesänderung für Makler: Bald nur noch eine Steuererklärung

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Wenn ein Makler ein Grundstück vermittelt, soll er künftig dort besteuert werden, wo er seinen Wohnsitz hat. Er muss also nur noch eine Steuererklärung einreichen – egal, in wie vielen Kantonen er mäkelt. Das ist der Inhalt einer geplanten Gesetzesänderung, zu deren Umsetzung der Bundesrat nun die Vernehmlassung eröffnet hat. Bislang wurden Grundstücksvermittlungen in dem Kanton besteuert, in dem das Grundstück liegt.

Steuererklärung, Steuerrecht, Foto: Monkey Business/fotolia.com
Der Verwaltungsaufwand für Makler wird geringer. Künftig müssen sie nur noch in einem Kanton ihre Steuererklärung machen – zumindest wenn das Steuerrecht so reformiert wird, wie geplant. Foto: Monkey Business/fotolia.com Foto: Monkey Business/fotolia.com

Makler, die Grundstücke in verschiedenen Kantonen vermitteln, kennen das Problem: Maklerprovisionen werden am Grundstücksort besteuert. Als Folge müssen sie in allen Kantonen, in denen sie ein Grundstück vermittelt haben, auch eine Steuererklärung einreichen – ein erheblicher Verwaltungsaufwand, der jede Menge Zeit stiehlt. Zumal es in den Kantonen unterschiedliche Besteuerungsverfahren gibt. Nach dem Willen von National- und Bundesrat soll sich genau das jetzt durch eine Reform des Steuerrechts ändern.

Nur noch eine Steuererklärung im Heimatkanton

Grundlage für die Reform des Steuerrechts ist die Motion "Besteuerung von Provisionen für Grundstücksvermittlungen im interkantonalen Verhältnis. Gleiche Regel für alle (13.3728)" des Nationalrats Fulvio Pelli. Demnach sollen künftig Maklerprovisionen aus der Grundstücksvermittlung am Wohnsitz des Maklers besteuert werden. Der Bundesrat will mit der Gesetzesänderung die kantonalen Praktiken bei der Besteuerung der Maklerprovision vereinheitlichen. Die Folge sollen steuerliche Rechtssicherheit sowie ein niedrigerer Verwaltungsaufwand sein.

Der Bundesrat hat das Eidgenössische Finanzdepartement beauftragt, zur Motion ein Vernehmlassungsverfahren durchzuführen. Die Kantone haben nun bis November Zeit, sich zur geplanten Gesetzesänderung zu äussern – eventuell entgehen ihnen durch die Neuregelung Steuereinnahmen.

Keine Auswirkungen hätte die geplante Reform übrigens auf Makler mit Wohnsitz im Ausland. Diese werden, wenn sie Grundstücke in der Schweiz vermitteln, nach wie vor am Ort des Grundstücks besteuert. Wann die Gesetzesänderung in Kraft treten soll, steht noch nicht fest.

24.08.2015


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