Dank Verdichtung: Schweiz hat noch Platz für fast drei Millionen Menschen

Lesermeinungen:  

(1)

Die Suche nach freien Grundstücken gestaltet sich nicht immer ganz einfach. Vielerorts ist schlicht kein Bauplatz mehr frei. Dennoch böten die heute bereits eingezonten Flächen bei entsprechender Verdichtung noch Platz für 2,85 Millionen Menschen und für 2,1 Millionen Arbeitsplätze. Das zeigt das Immo-Monitoring des Beratungsunternehmens Wüest und Partner.

Baustelle, Brachfläche. Im Hintergrund der Prime Tower in Zürich. Foto: hachri – fotolia.com
Rund um den Prime Tower in Zürich liegt Bauland brach. Bei Verdichtung bereits zur Bebauung vorhergesehener Flächen wäre in der gesamten Schweiz Platz für weitere 2,84 Millionen Menschen. Foto: hachri – fotolia.com Foto: hachri – fotolia.com

Wer durch so manches hübsche Alpental fährt, kommt nicht auf den Gedanken, die Schweiz sei bereits zu dicht besiedelt. In einigen abgelegenen Bergregionen wohnen nur zwei Einwohner pro Quadratkilometer. Etwa in Bourg St.Pierre an der Grenze nach Italien. Dennoch sind freie Grundstücke vielerorts Mangelware und gerade die Ballungszentren sind bereits dicht besiedelt, allen voran Genf. Dort tummeln sich fast 12.000 Menschen pro Quadratkilometer, in Basel sind es etwa 7.000. Doch laut einer Berechnung des Beratungsunternehmens Wüest und Partner im Rahmen des vierteljährlich erscheinenden Immo-Monitorings hat die Schweiz noch Platz für weitere 2,84 Millionen Menschen.

Den meisten Platz hat der Kanton Zürich, hier könnten zusätzlich 512.000 Einwohner unterkommen. Zumindest dann, wenn zum einen bereits eingezonte Flächen – also jene Flächen, denen im Bebauungsplan bereits eine Bestimmung zugewiesen wurde – genutzt würden. Und zum anderen, wenn sämtliche Flächen auf Basis der bisherigen Ausnützungsziffer in der Nachbarschaft – also dem Verhältnis zwischen Geschoss- und Landfläche – verdichtet würden. Statt der aktuell über 8,21 Millionen Einwohner hätten in der Schweiz dann etwa 11 Millionen Platz.

Das ist auch gut so, denn je Berechnungsszenario erwartet das Bundesamt für Statistik eben jene 11 Millionen Einwohner bis zum Jahr 2060. Diese Zahl beruht auf dem sogenannten hohen Szenario und basiert maßgeblich auf Zuwanderung. Das mittlere Szenario geht lediglich von knapp 9 Millionen Einwohnern aus, beim tiefen Szenario nimmt die Einwohnerzahl ab dem Jahr 2024 sogar ab. Dieses Szenario geht von einem hohen Sterbeüberschuss und einem negativen Wanderungssaldo aus.

Verdichtung schafft auch Raum für Arbeitsplätze

Die Berechnung von Wüest & Partner berücksichtigt übrigens nicht nur die Wohnfläche. Bei Verdichtung der bereits heute eingezonten Gebiete würden nicht nur weitere 2,84 Millionen Menschen Platz zum Leben finden, es könnten auch 2,1 Millionen Arbeitsplätze entstehen. Alles, was dafür zu tun wäre, wäre vorhandene Flächen wie Industrieruinen und brach liegende Grundstücke ihrer Bestimmung nach zu nutzen und gegebenenfalls einzelne Stockwerke aufzustocken. Zumindest dann, wenn in der Nachbarschaft bereits heute viele höhere Gebäude stehen.

13.05.2015


Ihre Meinung zählt

(1)
4 von 5 Sternen
5 Sterne
 
0
4 Sterne
 
1
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für KäuferLifestyle

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben