Rasenmähen, Grillieren, Nacktsonnen – das ist im eigenen Garten erlaubt

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Draussen wird’s endlich wieder wärmer. Für viele ist das Grund genug, den hauseigenen Garten wieder ausgiebig zu nutzen. Genau das jedoch birgt Potenzial für Streit mit den Nachbarn. Denn regelmässiges Grillieren, Rasenmähen oder auch Nacktsonnen sind für viele Nachbarn ein Ärgernis. Was im eigenen Garten erlaubt ist – und was nicht.

Rasenmäher, Garten, Foto: PhotographyMyMK/fotolia.com
Um Streit an der Grenze des Gartens zu vermeiden, darf der Rasenmähe nur zu bestimmten Zeiten angeworfen wurden. Foto: PhotographyByMK/fotolia.com Foto: Gina Sanders/fotolia.com

Sommerliche Temperaturen treiben die Leute aus ihrem Haus. Für Hausbesitzer wird es jetzt Zeit, zum ersten Mal den Rasen zu mähen, den Garten herzurichten und zu dekorieren sowie die Grillsaison einzuleiten. Nachbarn haben damit häufig so ihre liebe Not – denn weder die ratternden Geräusche des Rasenmähers, noch die Rauchschwaden des Kohlegrills machen an Grundstücksgrenzen halt. Häufig ist Streit mit den Nachbarn die Folge.

Keine „übermässigen Einwirkungen“ auf Garten des Nachbars

Generell gilt: Jeder darf sein Grundstück so nutzen, wie er möchte, solang für den Nachbarn daraus keine „übermässigen Einwirkungen“ entstehen – so steht es im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB). Doch was sind solche „übermässigen Einwirkungen“? Dafür kommen im Wesentlichen lästige Gerüche, Russ, Staub, Rauch oder Lärm in Frage, aber beispielsweise auch Lichtentzug – beispielsweise durch den Schatten eines grossen Baums.

In der Praxis stellt sich immer wieder die Frage, wann die Toleranzgrenze überschritten ist. Dies ist stets vom Einzelfall abhängig. Im Allgemeinen können Gartenbesitzer aber davon ausgehen, dass sie von ihrem Nachbarn nicht etwa verlangen können, dass dieser sein Fenster permanent geschlossen halten muss, damit der Rauch vom Grill nicht in die Wohnung zieht.

Auch beim Nacktsonnen gilt: Erlaubt ist, was niemanden stört. Wer sich nicht demonstrativ im Adamskostüm vor den Augen seiner Nachbarn präsentiert und dabei anzügliche Gesten macht, sondern sich in normalem Mass nackt sonnt, sollte keine Probleme bekommen. Auch hässliche Gartenzwerge gelten im Regelfall nicht als „übermässige Einwirkung“ auf das Nachbargrundstück und müssen daher geduldet werden.

Gartenzwerge, Garten, Foto: Gina Sanders/fotolia.com
Grundstückseigentümer dürfen die Gartenzwerge ihrer Nachbarn gern hässlich finden – dulden müssen sie sie trotzdem. Foto: Gina Sanders/fotolia.com Foto: PhotographyMyMK/fotolia.com

Lärm vom Rasenmäher

Ähnliche Regeln gelten auch für den Lärm von Rasenmähern oder Laubbläsern. Auch hier gilt: Wer gelegentlich seinen Rasen pflegt, wird mit seinem Nachbarn voraussichtlich keine Probleme haben – wer jedoch rund um die Uhr mit dem Laubbläser versucht, jedes einzelne Blatt aus seinem Garten fernzuhalten, schon eher. Zudem gelten gesetzliche Ruhezeiten, die sich von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden, meist jedoch bei 22 Uhr liegen. Danach sollten die Geräusche aus dem Garten die Zimmerlautstärke nicht mehr übersteigen.

Baum ragt über die Grundstücksgrenze

Ein wenig kniffliger wird die Angelegenheit, wenn Äste oder Sträucher vom Nachbargrundstück auf das eigene ragen. Zwar hat der Gesetzgeber festgelegt, dass Grundstückseigentümer das Recht haben, Pflanzen bis zur Grundstücksgrenze zurückzuschneiden – allerdings nur dann, wenn durch die Gewächse die Benutzung des eigenen Grundstücks beeinträchtigt wird. Zudem müssen Grundstückseigentümern ihren Nachbarn zuvor eine angemessene Frist setzen, in der sie den Ast oder Strauch selbst beseitigen können. In jedem Kanton gibt es darüber hinaus eigene Regelungen für die erlaubte Grösse von Pflanzen und Mindestabstände zum nachbarlichen Grundstück.

Frieden wahren und freundlich bleiben

Bei allen rechtlichen Regelungen: Grundstückseigentümer sollten bei Auseinandersetzungen mit dem Nachbarn immer das persönliche Gespräch dem Gang zum Rechtsanwalt vorziehen. Wer sklavisch und mit aller Härte des Gesetzes über seine Grundstücksgrenzen wacht, wird am Zusammenleben mit seinen Nachbarn langfristig nicht allzu viel Freude haben. Gegenseitige Rücksichtnahme und gesunder Menschenverstand helfen in der Praxis oft mehr als jedes Gesetz.

22.04.2015


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