Niedrige Heizölpreise: Wann Mieter davon profitieren

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Die Heizölpreise sind niedrig – wer sich jetzt mit dem Brennstoff bevorratet, kann bares Geld sparen. Auf die Höhe der Mietnebenkosten wirkt sich der Preisrückgang jedoch nur unter bestimmten Umständen aus. Zudem müssen viele Mieter wohl bis zur Nebenkostenabrechnung 2016 warten, bis sie davon profitieren.

Heizölpreise, Heizöl, Lieferung, Foto: imago/Margit Brettmann
Ein Lieferant bringt Heizöl. Ob sich die niedrigen Heizölpreise auch auf die Nebenkostenabrechnung auswirken, hängt unter anderem vom Zeitpunkt der Lieferung ab. Foto: imago/Margit Brettmann Foto: imago/Margit Brettmann

Wer mit Öl heizt, ist schwankende Heizkosten gewöhnt – denn die Preise für Heizöl richten sich nach dem Rohölpreis, der sich je nach weltpolitischer Grosswetterlage und Entwicklungen an den Börsen verändert. Derzeit ist der Rohölpreis auf einem historisch niedrigen Niveau. In der Folge sind auch die Heizölpreise gesunken. Gute Nachrichten für Mieter, könnte man meinen. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf: Nicht jeder Mieter, der mit Öl heizt, hat auch etwas von den niedrigen Ölpreisen.

„Profitieren kann grundsätzlich, wer keine pauschalen Heizkosten bezahlt, sondern Akonto, was in den meisten Fällen so ist“, erklärt Michael Töngi, Generalsekretär beim Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverband. Bei der Nebenkostenabrechnung müsse der Vermieter den Heizölpreis zum Zeitpunkt des Einkaufs berücksichtigen. Die Folge: Hat der Vermieter das Heizöl eingekauft, als es gerade teuer war, profitiert der Mieter auch nicht von den aktuell niedrigen Preisen.

Heizölpreise könnten sich erst spät auf Nebenkosten auswirken

Zudem kann es eine Weile dauern bis Mieter aufgrund der niedrigen Preise auch wirklich weniger Nebenkosten zahlen. „Mieterinnen und Mieter profitieren dieses Jahr von den tiefen Heizölpreisen, wenn ihr Vermieter ab September Heizöl eingekauft hat und dieses auch in diesem Winter verbraucht wurde“, so Töngi. Ansonsten würden sich die niedrigen Preise voraussichtlich erst in der Jahresabrechnung 2016 niederschlagen.

Das Einsparpotenzial ist dabei durchaus hoch. „In einer schlecht isolierten 100-Quadratmeter-Wohnung beträgt der Heizölverbrauch bis zu 2.000 Liter pro Jahr – was dann bei stark schwankendem Heizölpreis mehrere hundert Franken niedrigere oder höhere Kosten ausmachen kann“, sagt Töngi.

Viele Vermieter berechnen die Nebenkosten für den Abrechnungszeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juni. Ob Mieter wirklich etwas von den aktuell niedrigen Ölpreisen haben, erfahren sie ab 1. Juli 2016 – ab dann können Vermieter die Nebenkostenabrechnung erstellen. Je nach Verwaltung zieht sich die Abrechnung jedoch über den Sommer oder bis in den Herbst.

18.02.2015


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