Studie: Referenzzinssatz für Mieten wird im Juni 2015 auf 1,75 Prozent sinken

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Der für die Berechnung der Miete herangezogene Referenzzinssatz wird im kommenden Jahr von aktuell zwei Prozent auf 1,75 Prozent sinken – das zumindest ist das Ergebnis einer Studie der Zürcher Kantonalbank. Das Finanzinstitut rechnet spätestens im Juni mit der Senkung. Mieter könnten daraufhin einen niedrigeren Mietzins verlangen.

Miete, Referenzzinssatz, Foto: the_builder/fotolia.com
Viele Mietwohnungen könnten im kommenden Jahr günstiger werden, denn die Zürcher Kantonalbank rechnet mit einem sinkenden Referenzzinssatz. Foto: the_builder/fotolia.com Foto: the_builder/fotolia.com

Glaubt man einer Studie der Zürcher Kantonalbank (ZKB), können sich Mieter im kommenden Jahr über sinkende Mietzinse freuen. Der Grund: Das Finanzinstitut rechnet spätestens im Juni 2015 mit einem sinkenden Referenzzinssatz. Dieser ist gekoppelt an den Durchschnittszins aller Hypotheken. In den vergangenen Monaten ist der Durchschnittszins deutlich zurückgegangenen, so dass der Referenzzinssatz nun nachzieht. Aktuell liegt er bei zwei Prozent, im kommenden Jahr könnte er auf 1,75 Prozent sinken.

Bislang hatte die Bank damit gerechnet, dass der Referenzzinssatz frühestens Ende des kommenden Jahres sinken könnte. Die neue Prognose kommt vor allem durch die jetzigen Tiefstände bei den Hypothekarzinsen zu Stande. Dies habe vor allem mit der schwächelnden Konjunkturentwicklung in der Eurozone zu tun, heißt es in der Studie. Eine negative Preisentwicklung im europäischen Ausland schlage sich über die Importpreise auch in der Schweiz nieder.

Sinkender Referenzzinssatz bedeutet sinkende Mieten

Für Mieter wäre ein niedriger Referenzzinssatz eine gute Nachricht, denn sie könnten im Anschluss von ihrem Vermieter eine Senkung des monatlichen Mietzinses verlangen – darauf haben sie einen gesetzlichen Anspruch. Der Anspruch besteht allerdings nur bei indexierten Mietverträgen, bei Staffelmietzinsen oder staatlich verbilligte Mieten (beispielsweise in Genossenschaftswohnungen) gilt dies nicht.

Wer aufgrund eines sinkenden Referenzzinssatzes monatlich weniger Miete zahlen will, muss sich schriftlich an seinen Vermieter wenden. Die Senkung des Nettomietzinses kann zum nächsten vertraglichen Kündigungstermin beantragt werden. Der Brief muss aber vor Beginn der Kündigungsfrist beim Vermieter eintreffen. Dieser muss dann innerhalb von 30 Tagen antworten. Er hat dabei die Möglichkeit, die Senkung nicht oder nur teilweise zuzulassen, weil er sie beispielsweise mit der allgemeinen Teuerung oder gesteigerten Betriebs- und Unterhaltskosten verrechnet. Dies muss er allerdings im Detail nachweisen. Sinkt der Referenzzinssatz tatsächlich von zwei auf 1,75 Prozent, bedeutet das also keineswegs, dass der Mietzins um den gleichen Satz reduziert werden kann. Bei der Berechnung des genauen Senkungsanspruchs hilft beispielsweise der Mieterverband.

Was ist der hypothekarische Referenzzinssatz?

Der hypothekarische Referenzzinssatz dient seit 1. Januar 2008 als Grundlage für die zulässige Höhe des Mietzinses in Wohn- und Geschäftsräumen. Er wird vierteljährlich erhoben und durch das Bundesamt für Wohnungswesen bekanntgegeben. Der Zinssatz stützt sich rechnerisch auf den durchschnittlichen Zinssatz der Hypothekarforderungen von Banken in der Schweiz.

02.12.2014


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