Neuer Wohnungsindex will Marktverhältnisse offenlegen

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Ein neuer Wohnungsindex des Verbands der Immobilienwirtschaft SVIT will offenlegen, wie es um Angebot und Nachfrage auf dem Schweizer Mietwohnungsmarkt tatsächlich bestellt ist. Dabei werden ausschliesslich Online-Inserate ausgewertet.

Wohnungsindex
Laut Wohnungsindex sind Mietwohnungen in Zürich oft sehr teuer. Foto: celeste clochard/Fotolia

Die oft herangezogene Leerwohnungsziffer ist nach Ansicht vieler unzureichend, um die tatsächlichen Verhältnisse auf dem Schweizer Mietwohnungsmarkt darzustellen. Der Verband der Immobilienwirtschaft SVIT  hat deshalb jetzt mit dem Online-Wohnungsindex OWI eine Methode entwickelt, die ein differenziertes Bild von Angebot und Nachfrage zeichnen will. Dabei wurden sämtliche Mietwohnungsangebote auf Online-Portalen von sieben grossen Schweizer Städten ausgewertet. Namentlich sind dies Zürich, Basel, Genf, Lausanne, Bern, St. Gallen und Lugano. Insgesamt wurden knapp 24.000 Inserate ausgewertet.

Leerwohnungsziffer ungeeignet für Evaluierung von Angebot und Nachfrage

Die Leerwohnungsziffer gibt nur wieder, wie viele unbewohnte Wohnungen halbjährlich den Behörden gemeldet werden. Da es den Gemeinden überlassen ist, wie diese Meldungen zu erfolgen haben, wird die Aussagekraft oft in Frage gestellt. Der SVIT fand heraus, dass die Zahl der als leer stehend gemeldeten Wohnungen sehr viel geringer ist, als die Anzahl der inserierten Wohnungen. Der OWI will Aussagen zur Entwicklung des Angebots und zur Nachfrage machen. Laut SVIT seien ausserdem Aussagen zu einzelnen Segmenten auf dem Wohnungsmarkt möglich. Wohnungsknappheit in einzelnen Städten könne auf einzelne Räume oder Wohnungssegmente heruntergebrochen werden und differenzierter und zeitnaher beurteilt werden.

Wohnungsindex zeigt: Die meisten Mietwohnungen werden online angeboten

Die Auswertung der Online-Inserate in der Periode vom 1. April bis 30. September 2014 ergab, dass – je nach Stadt – bis zu 75 Prozent der frei werdenden Wohnungen auf dem freien Markt landeten und fast vollständig auf Online-Portalen ausgeschrieben wurden. Nur wenn so kein Nachmieter gefunden werde, würden zusätzlich Zeitungsinserate geschaltet. Laut SVIT werde der freie Mietwohnungsmarkt somit sehr gut über die Online-Inserate abgebildet.

Unterschiedlich lange Insertionsdauer

In den Städten Zürich, Basel, Genf, Lausanne, Bern dauere es im Schnitt 13 bis 17 Tage, bis ein Mieter gefunden sei. In St. Gallen und Lugano müssen Vermieter mit einer Vermarktungsdauer von 33 bis 37 Tagen rechnen. Je teurer eine Wohnung ist, desto länger dauere deren Vermarktung: Demnach gebe es offensichtlich ein deutliches Überangebot an Wohnungen der Preisklasse ab 3.500 Franken Bruttomiete. Gleiches gelte für sehr grosse Wohnungen über 120 Quadratmetern Wohnfläche und mit fünf und mehr Zimmern. Besonders teuer sind die Städte Zürich und Genf, hier werden Wohnungen ab 2.500 Franken in grosser Zahl angeboten, in den anderen Städten sind so teure Wohnungen eher Nischenprodukte.

Wohnungssuche im Sommer am einfachsten

Am einfachsten sei es, im Juli und August eine neue Wohnung zu finden: In diesen Monaten sei die Insertionszeit am längsten, was für eine niedrige Nachfrage spreche.

28.11.2014


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