Jeder fünfte Schweizer unterschreibt seinen Mietvertrag ungelesen

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Bevor Mieter ihren Mietvertrag unterschreiben, sollten sie diesen genau durchgelesen und einige Klauseln unter die Lupe nehmen. So die Theorie – tatsächlich lesen aber 21 Prozent der Schweizer ihren Mietvertrag vor der Unterzeichnung gar nicht oder nur ungenau. Das kann zu bösen Überraschungen führen.

Ein ungelesener Mietvertrag kann zu Problemen führen. Foto: stillkost/Fotolia.com
Mieter, die ihren Mietvertrag unter die Lupe nehmen, sind klar im Vorteil. 21 Prozent der Schweizer lesen das Schriftstück allerdings gar nicht oder nur ungenau. Foto: stillkost/Fotolia.com Foto: stillkost/Fotolia.com

Birgit Frei sucht monatelang nach einer neuen Wohnung in Zürich. Irgendwann kommt dann der ersehnte Anruf: „Es hat geklappt, Frau Frei wir haben uns für Sie als Mieterin entschieden“. Als sie den Mietvertrag vor sich liegen hat, überfliegt sie ihn grob und unterschreibt freudig. Was Frei noch nicht weiß: Drei Jahre später wird sie mit Ihrem Vermieter streiten – Schuld ist eine kleine Randnotiz zur Wohnungsrückgabe im Mietvertrag.

Birgit Frei ist kein Einzelfall, denn 21 Prozent der schweizerischen Mieter tun es ihr gleich: Sie setzen ihre Unterschrift unter einen Mietvertrag ohne ihn ein einziges Mal komplett gelesen zu haben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Immobilienportals immowelt.ch.

Mietvertrag: Auf diese Punkte sollten Mieter achten

Wie bei Birgit kann diese Nachlässigkeit bei der Vertragskontrolle zu späteren Streitigkeiten führen. Um das zu vermeiden, sollten Mieter deshalb insbesondere folgende Punkte im Mietvertrag genauer unter die Lupe nehmen:

•    Miethöhe
•    Mietzeit und Kündigung
•    Kaution bzw. Mietzinsdepot
•    Nutzungsrechte von Keller, Garten und Gemeinschaftsräumen
•    Haustiere
•    Änderung am Mietobjekt durch den Mieter
•    Mietzinsanpassung
•    Nebenkosten, Warmwasser und Heizung
•    Ausserterminliche Kündigung
•    Rückgabe des Mietobjekts
•    Schlussabrechung

Für viele gilt: Im Mietvertrag ist die Miete wichtig, der Rest ist egal

Die repräsentative Studie macht klar: Sofern die Miete stimmt, ist der Rest unwichtig - das gilt zumindest für insgesamt 51 Prozent derjenigen, die den Vertrag nicht vollständig lesen. Das Schriftstück haben sie nur grob überflogen, um zu überprüfen, ob der Mietpreis richtig angegeben ist.

26 Prozent geben den Vertrag lieber an Eltern, den Partner oder Bekannte weiter, als ihn selbst zu lesen. Dass es sich um einen Standardmietvertrag handelt, an dem sowieso nichts geändert werden kann, sind sich 13 Prozent der Befragten sicher und unterschreiben deshalb ohne einen weiteren Blick auf das Dokument. Weitere 9 Prozent wollen keine weitere Zeit mit der Vertragsunterzeichnung verschwenden, weil sie so froh waren, endlich eine Wohnung gefunden zu haben.

Im Gegensatz zu Birgit war die Mehrheit der Befragten allerdings vorsichtiger: 43 Prozent haben den Vertragstext einmal, 36 Prozent sogar mehrfach gelesen, bevor sie den Kugelschreiber zückten und das Schriftstück unterschrieben.

29.10.2014


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