Immobilienbetrug: So erkennen Wohnungssuchende gefälschte E-Mails und Anzeigen

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Betrüger versenden im Namen von Immobilienportalen E-Mails, versuchen Nutzerdaten auszuspionieren oder inserieren gefälschte Anzeigen. Ihr Ziel: Wohnungssuchende um ihr Geld zu erleichtern. Die Methoden der Betrüger unterscheiden sich von Fall zu Fall. Wohnungssuchende, die ihre Maschen kennen, können Immobilienbetrug leichter erkennen.

Immobilienbetrug, Haus, Falle, Foto: Francesco Ugolini / fotolia.com
Immobilienbetrug: Wer einem Betrüger in die Falle gegangen ist, hat kaum eine Chance, sein Geld noch einmal wiederzusehen. Foto: Francesco Ugolini / fotolia.com Foto: Francesco Ugolini / fotolia.com

Betrüger lassen sich im Internet immer neue Maschen einfallen – auch auf Immobilienportalen. Dabei handeln sie zunehmend professioneller: Viele Betrugsanzeigen lassen sich kaum mehr von seriösen Angeboten unterscheiden. Wohnungssuchende können sich am besten vor ihnen schützen, wenn sie ihre Methoden kennen. Diese Betrugsmaschen kommen am häufigsten vor:

  • Phishing:
    Hier erhalten Wohnungssuchende mit einem Account bei „Meine Immowelt“ eine Mail, in der sie aufgefordert werden, sich einzuloggen. Häufig verwenden die Betrüger dafür auch eine gefälschte Immowelt-Adresse als Absender. In der E-Mail befindet sich ein Link, der angeblich zur Login-Seite führen soll – dies ist allerdings nicht der Fall. Auch, falls der Link www.immowelt.ch lautet, bedeutet das nicht, dass man tatsächlich auf die Immowelt-Seite gelangt. Stattdessen verbirgt sich dahinter eine gefälschte Webseite, die auf Adressen wie immowelt.phishingdomainname.to liegt („phishingdomainname“ ist ein Platzhalter, die Adresse kann variieren). Wer sicher gehen will, dass er wirklich auf immowelt.ch landet, gibt die Adresse vor jedem Login manuell in den Browser ein. Oft handelt es sich bei solchen Betrugsanzeigen um Angebote, die zu gut sind um wahr zu sein: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung im Zentrum von Zürich ist in den allermeisten Fällen für 500 Franken Gesamtmiete nicht zu haben.
  • Vorkassebetrug:
    In diesem Fall schlägt der Immobilienanbieter dem Interessenten vor, ihm den Schlüssel für eine Wohnungsbesichtigung per Post zu schicken. Dafür soll der Wohnungsbesichtigung vorab eine Kaution zahlen – meist über einen Dienstleister, bei denen dies ohne konkreten Personennachweis möglich ist. Häufig geben die Betrüger auch an, einen seriösen Makler oder ein Maklerunternehmen zwischengeschaltet zu haben – in Wirklichkeit ist dies nicht der Fall. Wer bezahlt, bekommt nie einen Schlüssel und ist sein Geld los.
  • Nachnahmebetrug:
    Im Gegensatz zum Vorkassebetrug wird hier per Nachnahme tatsächlich ein Schlüssel verschickt. Nimmt der Wohnungssuchende diesen an und zahlt die Nachnahmegebühr, stellt er fest, dass der Schlüssel nicht ins Schloss der Wohnung passt.
  • Rabatte bei Vorabmieten:
    Der Wohnungsanbieter erklärt dem Interessenten, dass dieser einen Nachlass auf den Mietzins erhält, wenn er mehrere Monatsmieten vorab bezahlt. Die Wohnung existiert allerdings gar nicht. Nach der Zahlung der Miete taucht der angebliche Anbieter ab.
  • Kostenpflichtige Listen:
    Hier gibt sich der Immobilienbetrüger als Makler aus, der dem Wohnungsinteressenten eine Liste mit Angeboten überlassen will – natürlich gegen Geld. Die Liste hat er tatsächlich allerdings von seriösen Maklern kopiert, die vom Missbrauch gar nichts ahnen.

Kaum eine Chance, Geld zurückzubekommen

Wie viele Betrugsfälle es gibt, ist nicht bekannt. Aufgrund der Dunkelziffer lasse sich dazu nur schwer eine Aussage treffen, erklärt eine Sprecherin der Kantonspolizei Zürich auf Anfrage. Für alle Fälle gilt: Die Chancen, sein Geld zurückzubekommen, stehen schlecht. Die Bank kann den Geldtransfer nur dann noch stoppen, wenn die Summe noch nicht vom Konto abgegangen ist. „Verlangte Vorauszahlungen über einen Transferservice müssen immer stutzig machen“, rät die Kantonspolizei daher. „Eine seriöse Immobilienverwaltung verlangt in der Regel keine Vorauszahlungen für Besichtigungen und hat auch im Ausland Mitarbeiter vor Ort, die Interessenten ein Objekt zeigen können.“

Weitere Informationen zu Betrugsmaschen gibt es auf www.schutz-vor-immobilienbetrug.de.

10.10.2014


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