Immobilienblase in der Schweiz: Gefahr gesunken, aber nicht gebannt

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Die Gefahr einer Immobilienblase ist leicht gesunken: Zwar gibt es in mehreren Regionen noch Anzeichen einer Marktüberhitzung, der Markt insgesamt zeigt Studien zufolge seit Jahresbeginn aber auch Entspannungstendenzen.

Immobilienblase
Immobilien in der Schweiz sind teuer geworden. Aktuelle Studien sehen aber keine Gefahr einer Immobilienblase mehr. Foto: sborisov/Fotolia

Extrem niedrige Zinsen bergen die Gefahr, dass sich die Immobilienpreise in schwindelerregende Höhen bewegen. Denn wenn deshalb Durchschnittshaushalte hohe Kreditsummen finanzieren können, steigt auch die Nachfrage nach Immobilien. In der Folge steigen auch die Preise für Wohneigentum. So betrug der geschätzte Marktwert aller Schweizer Wohnliegenschaften  2013 rund 2,4 Billionen Franken – 2003 waren es noch 1,65 Billionen Franken. Das geht aus dem Immo-Monitoring 2014 des Immobilienberaters Wüest und Partner hervor. Diese Steigerung um 45 Prozent gehe der Studie zufolge einerseits auf die rege Neubautätigkeit, andererseits aber auch auf gestiegene Immobilienpreise zurück.

In manchen Regionen fielen diese Preissteigerungen besonders stark aus: Seit 2003 hätten sich die Preise von 17,3 Prozent aller damals schon existierender Wohnungen mehr als verdoppelt. Besonders stark war der Preisanstieg laut Immobilienreport von der ETH Zürich und Comparis in den Regionen Entremont (120 Prozent seit 2007), Imboden (77 Prozent) und March (67 Prozent).

Immobilienblase: Entwicklung nicht homogen

Allerdings sieht Immobilienreport aktuell auch eine gewisse Entspannung auf dem Immobilienmarkt. In nur noch fünf Bezirken bestünden derzeit Anzeichen für eine Immobilienblase, im Vorjahr gab es noch 13 solcher Bezirke. Wegen des politisch-wirtschaftlich stabilen Rahmens in der Schweiz komme es zu keinem Crash, ist Didier Sornette, Professor für Entrepreneurial Risks an der ETH Zürich, überzeugt. Denn Blasen platzten in der Schweiz nicht plötzlich, sondern sie liessen langsam Luft ab.

Wirklich kritische Bezirke gebe es laut ETH-Studie nicht mehr. Noch vor anderthalb Jahren seien immerhin elf Bezirke als kritisch eingestuft worden. Schwache Anzeichen einer Blasengefahr seien lediglich in den fünf Bezirken Bülach, Pfäffikon, Hochdorf, See-Gaster und Locarno feststellbar. Bei der Risikoanalyse unterscheidet der ETH dabei vier Kategorien:

  • Kritisch: Aktuell stuft der ETH keinen einzigen Bezirk als kritisch ein.
  • Zu überwachen: In fünf Bezirken gibt es schwache Anzeichen einer Immobilienblase.
  • Zu beobachten: In neun Bezirken, in denen es vormals Anzeichen einer Immobilienblase gab, sind diese derzeit nicht sichtbar. Die vorhandenen Daten erlauben laut ETH aber noch nicht die Aussage, dass sich der Markt erholt hätte.
  • Veränderung der Preisentwicklung: In einigen Bezirken, die zuvor noch den Status „zu beobachten“ hatten, hat sich die Lage entspannt. Es gab keine einer scharfe Korrektur der Preise, vielmehr hat sich die Preisentwicklung beruhigt. Hier gibt es keine Zeichen einer Immobilienblase mehr.

03.09.2014


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