Das dürfen Mieter in ihrer Wohnung verändern

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Auch wer zur Miete wohnt, darf seine Wohnung verändern – in gewissem Rahmen. Denn laut Obligationenrecht muss eine Mietwohnung nach Vertragsende im gleichen Zustand zurückgegeben werden, wie sie übernommen wurde – abgesehen von der üblichen Abnützung. Falls der Vermieter nicht zustimmt, kommen daher lediglich Veränderungen in Frage, die sich leicht wieder rückgängig machen lassen.

Wohnung verändern, Teppich, Foto: Erik Schumann/fotolia.com
Wer seine Wohnung verändern will, braucht dafür eine Zustimmung des Vermieters: Das gilt auch für einen neuen Teppich. Foto: Erik Schumann/fotolia.com Foto: Erik Schumann/fotolia.com

Wenn Mietern ihre Wandfarbe nicht mehr gefällt, sie sich an ihrem alten Teppich sattgesehen haben oder sie das Muster der Badfließen zu altmodisch finden, stellt sich häufig die Frage, welche Veränderungen sie selbst an der Wohnung durchführen dürfen. Das Obligationenrecht regelt zwar, dass der Vermieter dem Mieter die Wohnung „zum Gebrauch“ überlässt. Darin inbegriffen ist jedoch nur, was sich leicht wieder rückgängig machen lässt, ohne Schäden zu hinterlassen.

Wohnung verändern: Vermieter muss zustimmen

Das Mietrecht schreibt zwingend vor, dass Erneuerungen und Änderungen an der Wohnung nur mit einer schriftlichen Zustimmung des Vermieters möglich sind. Wer darauf verzichtet, diese Erlaubnis einzuholen, riskiert, dass er dazu verpflichtet wird, den ursprünglichen Zustand der Wohnung auf eigene Kosten wiederherzustellen.

Wenn der Vermieter zustimmt, kann er darauf bestehen, dass die Veränderungen von einem Profi durchgeführt. Auch hat er die Möglichkeit, nur unter der Voraussetzung zuzustimmen, dass der Mieter den Urzustand am Ende der Mietdauer wiederherstellt. Wird diese Regelung nicht getroffen, erklärt sich der Vermieter nach der Mietdauer mit der Übernahme der veränderten Wohnung einverstanden.

Falls der Mieter durch seine Veränderung den Wert der Wohnung erheblich erhöht, hat er zudem bei Auszug Anspruch auf eine angemessene Entschädigung – es sei denn, er hat zuvor in einer Vereinbarung mit dem Vermieter darauf verzichtet. Dabei gilt allerdings, dass die Veränderungen für den Vermieter einen echten Wert haben müssen, beispielsweise weil er die Wohnung durch die Änderungen teurer weitervermieten kann. In der Praxis bedeutet das: Wenn ein Mieter in eine Einbauküche mit umfangreicher Ausstattung investiert, hat er Anspruch auf Entschädigung. Baut er dagegen in der Wohnung teure Designer-Türklinken ein, entsteht dieser Anspruch nicht.

In der Praxis kann es allerdings schwer werden, sich mit dem Vermieter auf einen genauen Geldbetrag für die Entschädigung zu einigen. Es empfiehlt sich daher, bereits eine entsprechende Vereinbarung zu treffen, bevor die Veränderung durchgeführt wird. Als Berechnungsgrundlage kann dabei die Lebensdauer des entsprechenden Bauteils dienen. Wie sich diese auf den Wert auswirkt, kann der paritätischen Lebensdauertabelle entnommen werden.

Weitere Informationen zur Lebensdauertabelle finden Sie hier.

22.08.2014


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