Das Gebäudeprogramm: Immobilien sanieren und von staatlichen Fördergeldern profitieren

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Wer sein Eigenheim energetisch saniert, reduziert im Optimalfall den Energieverbrauch, spart künftig Geld und erhöht ganz nebenbei den Marktwert seiner Liegenschaft. Eine Investition in die Energieeffizienz und in erneuerbare Energien ist aber auch deshalb interessant, weil sie über das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen gefördert wird.

Gebäudeprogramm, Immobilie, Foto: © 2011 Konferenz Kantonaler Energiedirektoren
Wer seine Immobilie energetisch saniert, erhält staatliche Fördermittel aus dem Gebäudeprogramm. Foto: © 2011 Konferenz Kantonaler Energiedirektoren Foto: © 2011 Konferenz Kantonaler

In der Schweiz sind laut Konferenz Kantonale Energiedirektoren rund 1,5 Millionen Häuser energetisch sanierungsbedürftig. Mit dem Gebäudeprogramm wollen Bund und Kantone daher den Energieverbrauch im Gebäudebestand reduzieren und den CO2-Ausstoss senken. Finanzielle Anreize sollen helfen, Hausbesitzer zur energetischen Sanierung ihrer Liegenschaften zu motivieren.

Nationale und kantonale Förderungen

Die Mittel aus dem Gebäudeprogramm kommen sowohl vom Bund als auch von den Kantonen. Der Bund fördert dabei die Wärmedämmung von Einzelbauteilen von Gebäuden, also Investitionen in die energetische Sanierung. Die meisten Kantone fördern dagegen den Einsatz erneuerbarer Energien, Investitionen in die Gebäudetechnik sowie Gesamtsanierungen. Die Konditionen und unterstützten Massnahmen unterscheiden sich jedoch von Kanton zu Kanton.

Voraussetzungen für Fördermittel aus dem Gebäudeprogramm

Die Voraussetzungen für eine Förderung von Massnahmen zur energetischen Sanierung sind in der gesamten Schweiz gleich:

  • Die Liegenschaft muss vor dem Jahr 2000 gebaut worden sein.
  • Das Fördergesuch muss vor dem Beginn der Sanierung eingereicht werden.
  • Förderberechtigt sind lediglich beheizte Gebäudeteile. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa bei Investitionen in neue Dach-, Kniestock- oder Giebeldämmungen oder in eine neue Wand- und Bodendämmung im unbeheizten Untergeschoss.
  • Ohne kantonale Zusatzförderungen muss der Förderbeitrag mindestens 3‘000 Franken betragen.
  • Sämtliche Massnahmen müssen von einem Fachbetrieb geplant und durchgeführt werden.
  • Massnahmen, die bereits anderweitig vom Bund gefördert werden, sind nach dem Gebäudeprogramm nicht mehr förderberechtigt.
  • Die Sanierung muss innerhalb von zwei Jahren nach Zusage der Förderung durchgeführt werden.
  • Neue Fenster werden nur noch dann gefördert, wenn gleichzeitig die umgebende Fassaden- oder Dachfläche saniert wird.


Zudem gilt für sämtliche Sanierungsmassnahmen, dass der U-Wert (Wärmeverlust pro Quadratmeter eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied von einem Grad Kelvin, abgekürzt W/(m²K)) bis zu einem bestimmten Wert verbessert werden muss:

  • Bei neuen Fenstern kleiner oder gleich 0,70 W/(m²K)
  • Bei der Dämmung von Wand, Dach oder Boden gegen die Aussenluft kleiner oder gleich 0,20 W/(m²K)
  • Bei der Dämmung gegen unbeheizte Räume kleiner oder gleich 0,25 W/(m²K)

Höhe der Förderung

Die Fördersumme richtet sich letztlich nach der Quadratmeteranzahl. Bei der Dämmung von Wand, Dach oder Boden wird dabei die gedämmte Fläche als Massstab herangezogen. Erfolgt die Dämmung gegen die Aussenluft, erhalten Hausbesitzer 30 Franken pro Quadratmeter, bei einer Dämmung gegen unbeheizte Räume sind es 10 Franken pro Quadratmeter. Bei neuen Fenstern  ist das Mauerlichtmass die Berechnungsgrundlage, also die von aussen in der Fassade sichtbare Fensterfläche. Hier zahlt der Staat 30 Franken pro Quadratmeter.

Weitere Informationen zu den Förderbedingungen und zu den spezifischen kantonalen Förderungen finden Interessenten unter dasgebaeudeprogramm.ch.

04.06.2014


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