Stimmvolk im Kanton Bern schafft Handänderungssteuer teilweise ab

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Auf Initiative des Hauseigentümerverbands (HEV) wird die Handänderungssteuer im Kanton Bern teilweise abgeschafft. Dies ist das Ergebnis einer Volksabstimmung. Ab 1. Januar 2015 wird die Abgabe nur noch fällig, wenn der Wert des Grundeigentums den Betrag von 800‘000 Franken übersteigt.

Handänderungssteuer, Bern, Foto: Ayupov Evgeniy/fotolia.com
Beim Kauf von Immobilien im Kanton Bern fällt die Handänderungssteuer ab 2015 deutlich geringer aus oder entfällt ganz. Foto: Ayupov Evgeniy/fotolia.com Foto: Ayupov Evgeniy/fotolia.com

Im Kanton Bern wird die Handänderungssteuer auf Initiative des HEV teilweise abgeschafft. Ab 1. Januar 2015 muss sie nur noch gezahlt werden, wenn die Immobilie mehr kostet als 800‘000 Franken. Grundlage für die Berechnung der Steuer ist auch dann lediglich der Betrag, der die 800‘000 Euro übersteigt. Ein Beispiel: Eine Immobilie kostet 900‘000 Franken. Für die Berechnung der Steuer wird daher der Wert von 100‘000 Franken herangezogen. Da der bisherige Steuersatz von 1,8 Prozent des Kaufpreises unverändert bleibt, beträgt die Handänderungssteuer in diesem Fall lediglich 1‘800 Franken.

Die neue Regelung gilt allerdings nur dann, wenn der Käufer die Immobilie im Anschluss an den Kauf mindestens zwei Jahre als Hauptwohnsitz nutzt. Zieht er vor Ablauf dieser Frist aus oder meldet eine andere Wohnung als Hauptwohnsitz an, wird nachträglich die Steuer auf den vollen Kaufpreis fällig. Steuerpflichtig ist im Kanton Bern immer der Käufer.

58 Prozent stimmen für Änderung

An der Volksabstimmung nahmen rund 250‘000 Berner teil, etwa die Hälfte des berechtigten Stimmvolks. Davon stimmten rund 58 Prozent für die Initiative, etwa 42 Prozent lehnten sie ab. Ursprünglich hatte sich der HEV dafür eingesetzt, die Handänderungssteuer ganz abzuschaffen. Zugunsten eines Gegenvorschlags des Kantonsparlaments zog der Verband seine Initiative schliesslich zurück. Abgestimmt wurde nun über den Gegenvorschlag

Handänderungssteuer ist Sache der Kantone und Gemeinden

Die Handänderungssteuer ist grundsätzlich kantonal geregelt, in den Kantonen Freiburg und Waadt ist es ausserdem den Gemeinden erlaubt, einen Zuschlag zu erheben. In Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Graubünden liegt die Erhebung der Steuer gänzlich bei den Gemeinden. Zahlungspflichtig ist in den meisten Kantonen der Erwerber. Lediglich in Basel-Landschaft und Obwalden wird die Steuer zwischen Verkäufer und Käufer geteilt, in Aargau und Appenzell Ausserrhoden können beide Parteien zur Kasse gebeten werden – je nach Vereinbarung zwischen den Vertragspartnern.

21.05.2014


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1 Kommentar

Reflective tape am 11.09.2015 11:44

Goed artikel. Bedankt voor het delen. gelieve te houden posten van zulke mooie artikelen.

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