Gemeinsames Kinderzimmer – Traum oder Alptraum für Kids?

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Ein gemeinsames Kinderzimmer hat viele Vorteile. Sind Altersabstand und Interessen nicht zu unterschiedlich, fördert es die Entwicklung der Kinder. Trotzdem sollten jedem Kind private Nischen im gemeinsamen Reich zur Verfügung stehen.

Kinderzimmer, Foto: Dmitry Naumov/fotolia.com
Ein gemeinsames Kinderzimmer kann Traum und Alptraum zugleich sein. Einige Dinge sollten Eltern bei der Zimmeraufteilung deshalb beachten. Foto: Dmitry Naumov/fotolia.com Foto: Dmitry Naumov/fotolia.com

Geköpfte Barbiepuppen, zerrissene Fussball-Hefte und eine einträchtige Jagd auf Monster unterm Bett – der Alltag von Geschwistern im gemeinsamen Zimmer schwankt meistens zwischen schrecklich und schön. Ob ein geteiltes Reich dauerhaft Fluch oder Segen für den Nachwuchs ist, hängt sehr von Alter, Geschlecht und persönlicher Entwicklung der einzelnen Kinder ab. Bei der Frage nach der Zimmeraufteilung sollten Eltern diese drei Aspekte gut im Blick haben.

Zwischen Kleinkindalter und Vorschulzeit meist unproblematisch

Für die Lebensphase zwischen Kleinkindalter, ab frühestens einem Jahr, und Vorschulzeit empfehlen Familienexperten ein gemeinsames Kinderzimmer – selbst wenn mehrere Räume zur Verfügung stehen. Denn einen Lebensraum zu teilen fördert die Entwicklung der Jüngsten. Sie können sich aneinander messen, lernen Konflikte auszutragen und Rücksicht zu nehmen. Auch in Sachen Einschlafen tun sich die Kleinen gemeinsam leichter als allein in einem Raum.  In diesem Alter kommen auch Jungen und Mädchen meistens problemlos miteinander klar. Wichtiger ist der Altersabstand zwischen den Geschwistern: Sind sie zwei bis vier Jahre auseinander, leben sie nach Meinung von Psychologen am harmonischsten zusammen. Ist der Abstand zwischen den Kindern zu gross, sind entwicklungsbedingt Interessen und Spielbedürfnisse so unterschiedlich, dass Dauerstreit vorprogrammiert ist.

Rückzugsorte im gemeinsamen Kinderzimmer schaffen

Spätestens wenn Kinder anfangen, ihre Sexualität zu entdecken, wird es Zeit für getrennte Zimmer. Eltern sollten sich deshalb schon rechtzeitig vor der Pubertät überlegen, wie sie den Kids ein eigenes Reich ermöglichen können. In den Jahren zwischen sieben und vierzehn kann das Zusammenleben im gemeinsamen Kinderzimmer gut funktionieren. Verstehen sich die Geschwister gut, kann die Nähe in einem gemeinsamen Raum helfen, die Höhen und Tiefen von Schulzeit und Vorpubertät zusammen zu durchleben. Wichtig ist, dass jedes Kind seinen eigenen Bereich im Zimmer hat. Halbhohe Regale, Vorhänge oder Paravents helfen, zum Beispiel um das Bett eine private Nische entstehen zu lassen. So bekommt jedes Geschwisterkind innerhalb des gemeinsamen Raums einen eigenen Rückzugsort. Das Zimmer muss ausserdem so eingerichtet sein, dass in Ruhe Hausaufgaben gemacht werden können. Einen Schreibtisch im Kinderzimmer und einen im – falls vorhanden –  Arbeitszimmer der Eltern aufzustellen ist eine gute Möglichkeit, dies sicherzustellen. So können die Kids konzentriert arbeiten und danach zum Spielen ins gemeinsame Kinderzimmer gehen. 

25.04.2014


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