Was Raucher in einer Mietwohnung beachten müssen

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Seit Mai 2010 müssen in der Schweiz sämtliche geschlossenen Räume rauchfrei sein, wenn sie öffentlich zugänglich sind oder als Arbeitsplatz dienen. Für private Räume gilt das natürlich nicht. Wer jedoch Raucher ist und zur Miete wohnt, muss auf seine Nachbarn Rücksicht nehmen und damit rechnen, beim Auszug eine Entschädigung für vergilbte Wände oder Fensterrahmen zahlen zu müssen.

Mietwohnung, Raucher, Foto: Photographee.eu/fotolia.com
Raucher, die in einer Mietwohnung leben, müssen auf ihre Nachbarn Rücksicht nehmen. Foto: Photographee.eu/fotolia.com Foto: Photographee.eu/fotolia.com

In Mietwohnungen ist das Rauchen grundsätzlich erlaubt. Zwar weisen Vermieter in Wohnungsanzeigen manchmal darauf hin, dass es sich um eine Nichtraucherwohnung handelt – auch wenn ein entsprechendes Verbot im Mietvertrag steht, ist dieses nicht haltbar. Missachtet der Mieter es also, hat das im Regelfall keine Konsequenzen. Ein allgemeines Rauchverbot wird juristisch als Eingriff in die verfassungsrechtlich garantierten Persönlichkeitsrechte verstanden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Mieter in ihrer Wohnung beim Rauchen auf andere keine Rücksicht nehmen müssen.

Raucher dürfen Nachbarn nicht belästigen

Beim Rauchen müssen Mieter in jedem Fall darauf achten, andere Mieter mit ihrem Rauch nicht zu stören. Dies geht aus dem Obligationenrecht hervor, wonach Mieter und Hausbesitzer auf Nachbarn Rücksicht nehmen müssen. Solche Belästigungen können vor allem dann entstehen, wenn der Rauch durch offene Fenster in andere Wohnungen oder durch die offene Tür ins Treppenhaus zieht. Beschweren sich andere Mieter über den Raucher,  kann der Vermieter diesen abmahnen. Nimmt er danach weiterhin keine Rücksicht, droht im Extremfall sogar die Kündigung.

Entschädigungszahlungen

Auch wenn der Mieter beim Rauchen darauf achtet, Nachbarn nicht zu belästigen, kann es sein, dass er für sein Laster beim Auszug büßen muss. Wenn sich nämlich Wände, Tür- und Fensterrahmen durch den Rauch verfärbt haben, gilt das nicht mehr als normale Abnützung, die durch den Mietzins abgegolten ist. Wenn der Tabakrauch der Wohnung zu sehr zugesetzt hat, ist dagegen von übermäßiger Abnützung die Rede. Nach gängiger Praxis der Mietgerichte müssen rauchende Mieter für die zusätzlichen Kosten, die dem Vermieter bei der Renovierung entstehen, aufkommen.

13.03.2014


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